Bericht von Günter Labude über seine zweite Feindfahrt |
| Am 4.Mai 43 hiess es Leinen los. In den frühen Morgenstunden begaben wir uns auf unsere 2. Feindfahrt. Unser Planquadrat lautete BE-93. Schon nach fast einer Stunde, bekamen wir es mit Flugzeugen und Wasserbomben zu tun. Dies nicht nur einmal, sondern Glück rn in regelmässigen Abständen von fast 1 Stunde hatten wir diese lästigen Bienen um uns. Kaum tauchten wir auf, war schon die nächste Maschine da. Bis zum Einbruch der Dunkelheit ging das Theater. Zum Glück hatten wir über die Nacht Ruhe. Nach 4 Tagen erreichten wir das Einsatzgebiet. Zwischendurch immer wieder das gleiche Spiel mit den Hornissen. 3 bis 4 Tage kreuzten wir in diesem Quadrat ohne auch nur eine Rauchfahne zu sehen. Nun entschloss sich unser Kommandant den weiteren Umkreis abzusuchen. |
Am 18. 5. nahm ich meine Geburtstagsgrüsse vom Alten bis zum Jüngsten entgegen. Wobei ich sagen muss, dass ich immer der "MOSES" war.Das heisst, dass ich der Jüngste an Bord war.Unser Smutje kam gerade mit einer frisch hergestellten Torte in den Horchraum als es unheimlich schepperte. So schnell konnte die Torte nicht in Sicherheit gebracht werden, wie die Besatzung auf "Alarm- Tauchstation" ging. Natürlich entstand eine gewisse "Wooling". Auf alle Fälle, als ich meine Torte in Empfang nehmen wollte, lag sie schon auf den Flurplatten. Es war wieder einmal eine Hornisse. Wir nahmen Kurs auf NW um endlich etwas vor die Rohre zu bekommen. Die See war bisher wie ein Spiegel. Nach einigen Tagen erhielten wir einen Funkspruch, der einen Geleitzug meldete. Er war für uns nicht zu erreichen.An 2 bis 3 Tagen hatten wir Glück einen Truppentransporter zu sehen. Leider blieb es auch dabei. Frühzeitig hatte er uns erkannt, und gab Fersengeld. Der Kahn liess uns glatt mit seinen 23 Meilen stehen. Selbst bei Manöverierkunst, war da nicht ranzukommen. |
| Viele dieser Dampfer fuhren alleine. Dafür hatten sie ihre Schnelligkeit und starke Artillerie für sich. Für uns gab es nur lange Nasen. Zudem ging von ihnen noch eine Warnung raus, damit sich die folgenden Schiffe bessere Routen suchen konnten. Für uns war es ein langweiliger Job. Bis kurz vor Neufundland fuhren wir.Dann in einem respektabelen Abstand von der Ostküste in Richtung SO. Die US-Navy fuhr hier in sehr dichten Abständen ihre Patrullien. Sie hatten sehr schnell aus den Verlusten, die sie im Jahr davor hatten, gelernt. Langsam machten wir uns auf den Weg zum Rendezvou, mit der vereinbarten Milchkuh. Wir brauchten Treibstoff und frische Verpflegung. |
Der Treffpunkt war gut gewählt. In der Nacht wurde Treibstoff und Kost übernommen. Auch an Post war gedacht. Weitere 2 Wochen glichen dem Trott vorher. Keine Rauchfahne am Horizont. Wenn eine zu sehen war, dann war sie auch schon schnell verschwunden. Es war die reinste "Gammeltour". So ging es dann in Richtung Heimat. Eine Catalina hatte wohl ein Auge auf uns. Dies ist ihr schlecht bekommen. Unsere Flak war schneller und besser. Jedenfalls bekam sie erhebliche Treffer und qualmte stark. Sie drehte ab und verschwand. Erst nachher erfuhrem wir dass die Catalina nicht überlebt hat. Am 17.7.43 machten wir dann in St.Nazaire fest, ohne auch nur einen Aal verschossen zu haben. Fast 11 Wochen waren wir draussen und freuten uns natürlich auf den kommenden Urlaub. Alle Besatzungsmitglieder hatten diesen Toern bei bester Gesundheit überlebt.
|