Angriff und Schuß aus naher Entfernung |
| Dönitz wies seine Kommandanten an, so nahe wie möglich an den Gegner heranzugehen, mindestens auf 600 Meter. Damit war er sicher, daß der Torpedo sein Ziel treffen würde. Dieses Verfahren sollte so lange angewandt werden, bis man Genaueres über ASDIC wüßte. |
Er fügte hinzu, daß die deutsche Marine nicht sicher sei, ob diese Waffe überhaupt existiere und wenn, würden Seegang, Salzwasser und die eigenen Schiffsgeräusche der Ubootjäger das Orten des Uboots erschweren. Das Nahschußverfahren war viel wirksamer, als man zunächst angenommen hatte. Nicht nur, daß beinahe jeder Schuß ein Treffer sein konnte, hatte man der Ubootwaffe eine ganz neue Rolle zugewiesen. Aus einer Gelegenheitswaffe war ein tödliches Instrument geworden, das ganze Geleitzüge vernichten konnte. |
Nimmt man z.B. ein Uboot vom Typ VII C, das wichtigste Kampfboot im 2.Weltkrieg. Ein Boot vom Typ VII C hatte 4 Torpedos im Bug und 1 Torpedo im Heck in den Torpedorohren, dazu kommen noch 7 Torpedos in Reserve. Nach einem Schuß dauerte es wenigstens 20 Minuten, um ein Rohr bei ruhig liegendem Boot nachzuladen. Da aber im Atlantik ständig Seegang ist, mußte das Boot tauchen und bei einer Fahrt von 2-3 Knoten das Rohr wieder beladen. Das Uboot war also frühestens nach einer Stunde wieder in der Lage aufzutauchen und erneut anzugreifen, was aber zur folge hatte das der Geleitzug nicht mehr in Sicht war. |
Das Nahschußverfahren, bei dem man 5 Torpedos schießen konnte und sollte, wurde später durch Kommandanten wie Kapitänleutnant Otto Kretschmer abgeändert und perfektioniert. Kretschmer z.B. bevorzugte es, sich mitten in den Geleitzug zu legen und sich die größten Schiffe für einen Blattschuß auszusuchen. |